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Showdown mit den Tornados

Foto: Kalle Linkert

Foto: Kalle Linkert

Baseball-Bundesliga: Es sind die wichtigsten Spiele vor den Play-offs: Die Heideköpfe haben heute (19 Uhr) und morgen (14 Uhr) die Mannheim Tornados zu Gast.

In diesen Partien können die Heidenheimer Baseballer endgültig die Teilnahme an den Play-offs perfekt machen (die vier besten Teams im Süden ziehen ins Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft ein), vor allem aber können sie Rang drei in der 1. Liga Süd absichern.

Und genau diesen Platz wollen die Tornados aus der Kurpfalzstadt den Heidenheimern noch streitig machen. Denn wer in diesem Jahr nur „nur“ als Vierter in die Play-offs kommt, trifft gleich auf die seit Mittwoch als Nord-Meister feststehenden Bonn Capitals, die in diesem Jahr ihre Liga völlig beherrschen (bisher 17:2 Siege).

Derzeit hat Mannheim drei Niederlagen mehr auf dem Konto, sollten die Heideköpfe jedoch beide Spiele verlieren, könnte es noch schief gehen. Denn am letzten Spieltag warten zwei Auswärtsspiele bei den Mainz Athletics, die auf dem Weg zur Südmeisterschaft sind und derzeit neben Bonn als stärkstes Team gelten.

Minimalziel für die Heideköpfe ist also ein Split, aber natürlich will Coach Klaus Eckle zwei Siege einfahren. „Mannheim hat eine sehr starke Mannschaft, aber ich glaube, dass wir besser sind. Auf jeden Fall können sich die Zuschauer auf zwei hochklassige Spiele freuen“, sagt Eckle, der weiterhin auf seinen Infielder und starken Schlagmann Aaron Hornostaj verzichten muss. Dessen Verletzung hat sich nun doch als Kreuzbandriss herausgestellt, ein weiterer Einsatz in dieser Saison ist äußerst unwahrscheinlich. Dafür besteht eine kleine Chance auf ein Comeback von Terrell Joyce – vielleicht schon an diesem Wochenende.

Die Tornados reisen sicherlich mit dem festen Ziel von zwei Siegen an. Für die Gäste ist zwischen Rang drei und dem Verpassen der Play-offs – was bei dieser Besetzung eine herbe Enttäuschung wäre – noch alles möglich. Von den letzten neun Spielen gewannen die Mannheimer acht, dennoch schmerzt die jüngste Punktteilung in Stuttgart, wo die Badener das erste Spiel nach langer 2:0-Führung noch 2:3 verloren, das zweite dann überlegen mit 6:3 gewannen. „Wir spielen nun gegen Heidenheim und dann gegen Haar – nur Siege zählen“, erklärte Mannheims Klubpräsident Peter Engelhardt nach dem Spieltag in Stuttgart.

Das Zeug für die Play-offs haben die Tornados auf jeden Fall. Nachdem sie in den vergangenen Jahren einige Male etwas Pech bei der Verpflichtung von ausländischen Spielern hatten, gelang es ihnen diesmal ihre starken Akteure aus 2015 zu halten und dazu noch einige vielversprechende Verstärkungen an Land zu ziehen.

Dabei setzt der deutsche Rekordmeister stark auf Spieler aus Mittel- und Südamerika. Star des Teams ist weiterhin Werfer Michael Torrealba (ehemals Detroit Tigers A+). Der 26-jährige Venezolaner kam bereits Mitte der vergangenen Saison nach Deutschland und hatte eine überragende Bilanz. Mannheims Pitcher fürs erste Spiel heißen in diesem Jahr Eduardo Miliani, ein Mexikaner, der dank italienischem Pass als EU-Ausländer auflaufen darf, und Abraham Taveras, der mit spanischem Pass spielt. Letzterer ist inzwischen erste Wahl. Taveras verblüffte bei seinem Debüt mit einem Sieg gegen Mainz, bei dem er das volle Spiel und 172 Würfe absolvierte, dabei elf Strike-outs warf und nur sechs Hits abgab.

Catcher und in diesem Jahr auch Spielertrainer ist der erfahrene Juan Martin, ein Argentinier, der ebenfalls über einen italienischen Pass verfügt. Dazu kommen noch Outfielder Zach Johnson (USA) und Shortstop Ian Vazquez aus Puerto Rico.

Die in Deutschland aufgewachsenen Luis Santa Cruz, Luis Diaz und Marvin Ayala  verstärken die Mannheimer „Latino-Connection“. Ex-Heidekopf Marius Jelloneck, der aus Stuttgart gekommene Robin Schmich und Tornados-Urgestein Dominik Höpfner vervollständigen eine Mannschaft, die an guten Tagen in der Lage ist jeden Gegner in Deutschland zu schlagen.

Wie können die Heidenheimer nun den Tornados den Wind aus den Segeln nehmen? Im Angriff sind vor allem Johnson (Trefferquote 39 Prozent und 6 Homeruns), Jellonek und Martin zu beachten, insgesamt sollte die Schlagreihe der Heideköpfe aber stärker sein. Herausragend sind derzeit Catcher Simon Gühring (41,5%, 26 RBI), US-Outfielder James McOwen (36,4%, 39 RBI) und Italo-Infielder Jay Pecci (36,6%, 15 RBI). Die Defensive der Tornados ist nicht immer ganz sattelfest, allein Shortstop Vasquez und 2nd-Baseman Santa Cruz haben schon je acht Errors auf dem Konto.

Nach Taveras, Torrealba und Miliani kommt bei Mannheim in Sachen Werfer nicht mehr viel, doch dürfte dies nicht zum Problem werden, da Taveras anscheinend über einen „Gummiarm“ verfügt. Als Starting Pitcher für Heidenheim kommen aktuell Luke Sommer, Julius Spann, Wes Roemer, Johannes Krumm und Patrick Seyfried in Frage.

Es ist ein großes Heimspielwochenende für die Heideköpfe. Nach den Partien der ersten Mannschaft heute und morgen folgen am Sonntag drei weitere Partien im Heideköpfe-Ballpark: In der Jugend-Verbandsliga haben die Heidenheimer ab 10 Uhr die Ellwangen Elks zu Gast, die Junioren erwarten um 13 Uhr die SG?Nagold/Herrenberg und in der Herren-Landesliga trifft die dritte Mannschaft ab 16 Uhr auf die Aalen Strikers. Reisen müssen nur die Schüler, die am Sonntag, ab 11 Uhr zweimal bei den Ladenburg Romans spielen.

 

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