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Heideköpfe gleichen DM-Finalserie aus

Foto: Kalle Linkert

Foto: Kalle Linkert

Die Heidenheimer Baseballer haben es tatsächlich geschafft: Mit zwei grandiosen Spielen im voll besetzten Heideköpfe-Ballpark besiegten sie Regensburg am Wochenende mit 4:0 und 12:2. Damit fällt die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft nun am kommenden Samstag in Spiel fünf in der Oberpfalz.

Thomas Jentscher HZ – 27.09.2015

Die letzten Heimspiele der Saison konnten die Fans der Heidenheimer Baseballer nochmals voll genießen. Weitere Fotos unter www.hz-online.de/bilder

Nachdem die Partien in Regensburg komplett ausgeglichen waren, hatten sich die Heideköpfe vor heimischem Publikum durchaus noch etwas ausgerechnet. Allerdings war der Druck sehr hoch und dann kam auch noch ein Schock hinzu: Am Donnerstagabend knickte Werfer Peter Sykaras im Training um und zog sich einen Bänderriss im Knöchel zu.

Trotzdem stieg er Freitagabend mit Tape-Verband auf den Mound und lieferte erneut eine grandiose Leistung ab, warf dabei nicht so hart wie gewohnt, aber mit noch mehr Effet. Der 36-Jährige absolvierte in vollen neun Innings 140 Würfe. Erstaunlicherweise hatte er die Legionäre trotz Verletzung im Griff. Bei nur vier Hits und drei Walks gab der Heideköpfe-Pitcher keinen einzigen Punkt ab, schickte neun Regensburger per Strike-out auf die Bank zurück. „Mit geht’s gut, der Arm fühlt sich prima an“, meinte Sykaras. Über den Knöchel sagte er nichts, legte tags darauf zur Verblüffung aller auch noch seine Spielkleidung an, bereit für ein oder zwei Innings einzuspringen.

Defensiv lief es also, aber wie würden sich die Hausherren gegen den ebenfalls starken Gäste-Werfer Mike Bolsenbroek behaupten? Was es braucht, ist ein Signal und das setzte Shawn Larry im zweiten Inning. Zunächst erkämpfte Simon Gühring einen Freilauf, dann erwischte Larry den zweiten Wurf des Niederländers voll und schoss die kleine Lederkugel weit über den Rightfield-Zaun.

Die 2:0-Führung gab den Heideköpfen Sicherheit, dennoch blieb es spannend, da auch Bolsenbroek (8 Hits, 1 Walk) seine Klasse zeigte. Mit einem starken Sykaras und fehlerfreier Feldverteidigung behaupteten die Platzherren ihre Führung. Vor allem Shortstop Philip Schulz bewies, dass er zu den besten deutschen Spielern auf dieser Position gehört, einige hart geschlagene Bälle schnappte er sich noch und warf präzise zum Aus an die erste Base.

Im sechsten Spielabschnitt war es soweit: Nach aufeinanderfolgenden Hits von Sascha Lutz, Jamie McOwen und Simon Gühring waren alle Bases besetzt und die Stimmung im mit über 1.000 Zuschauern bestens gefüllten Ballpark kochte über. Den Heideköpfen gelang zwar kein weiterer Hit, aber durch hart geschlagene Bodenbälle kamen – auch dank eines Regensburger Fehlers – zwei weitere Punkte nach Hause. Diesen Vorsprung ließ sich das Team nicht mehr nehmen. Bolsenbroek kassierte seine erste Niederlage und die Legionäre verloren – was sehr selten vorkommt – zu Null.

Damit stand die Serie 1:2, es ging in Spiel vier und auch dieses begann mit einem Schock für die Heidenheimer. Diesmal war’s keine Verletzung, sondern ein Blitzstart der Legionäre, die nach der Niederlage vom Vortag ganz offensichtlich mit einer Portion Wut im Bauch antraten und nach einem Fehler der Defense sowie drei Hits gleich 2:0 in Führung gingen.

Nun waren die Heideköpfe gegen den venezuealanischen Pitcher mit talienischem Pass Gianny Fracchiolla gefordert. In Regensburg hatten sie sich gegen den sehr schnell werfenden Linkshänder lange Zeit schwer getan, nicht so am Samstag: Hit Pecci, Double Lutz, Hit McOwen, Double Gühring – und schon stand es 3:2.

Werfer Tyler Lockwood war in der Folge wieder Herr der Lage und konnte sich nun auch auf seine Abwehr verlassen. Und am Schlag ließen es die hsb‘ler so richtig krachen, bauten ihre Führung bis ins vierte Inning auf 6:2 aus. Kein beruhigender Vorsprung gegen die stets gefährlichen Legionäre, die nun aber doch etwas angeschlagen wirkten und im fünften Durchgang den endgültigen K. o. kassierten. Zwei Heidenheimer waren schon aus, als Aron Dunsmore per Hit auf Base kam und der folgende Homerun das 8:2 bedeutete. Und wer schlug den Ball über den Zaun? Schon wieder Shawn Larry, der damit seinen vierten Homerun in den diesjährigen Play-offs verbuchte.

Regensburg wechselte den Werfer und gegen Lucas Dickmann bauten Heideköpfe die Führung sogar noch auf 12:2 aus. Eine vorzeitige Niederlage der Legionäre in der Finalserie – so etwas sieht man auch nicht alle Tage. Ebensowenig die grandiosen 16 Hits der Heidenheimer, bei denen Gühring und Dunsmore jeweils dreimal erfolgreich waren. Damit haben die Heideköpfe doch noch den Ausgleich geschafft und ihren Trainer mächtig stolz gemacht. „Es ist großartig, dass die Mannschaft unter diesem Druck ihr bestes Baseball spielt, jetzt müssen wir einfach so weiter machen“, so Klaus Eckle, dem aber klar ist, dass kommenden Samstag in Regensburg die Karten wieder ganz neu gemischt werden.

Für das Entscheidungsspiel setzen die Heideköpfe voraussichtlich mehrere Fanbusse ein, anmelden kann man sich bei Busfahrer Harry Schäfer (Telefon 0176.21004289).

Heidenheim Heideköpfe – Regensburg Legionäre 4:0 / 12:2 Hits: 16:4 / 8:4, Errors: 0:1 / 1:1, Schiedsrichter: Dirk Biehl, Jens Waider, Martin Weber, Jens Urban, Zuschauer: 1.000 / 1.000 Heideköpfe: Pecci (1B; 4 Hits bei 8 Schlagversuchen), Lutz (LF; 3/8, 1 Double, 1 RBI), McOwen (CF; 3/8, 2 RBI, 1 Walk), Gühring (C; 5/9, 2 Doubles, 3 RBI, 1 Walk), Dunsmore (RF; 3/9, 2 RBI), Larry (DH; 3/9, 2 Homeruns, 6 RBI), DiBenedetto (2B; 2/6), Schulz (SS; 0/5, 1 Walk), Gruber (1B; 1/3), Krumm (1B; 0/4) – Pitcher: Sykaras (9 Innings, 0 Earned Runs, 9 Strike-outs), Lockwood (8 Innings, 0 Earned Runs, 4 Strike-outs)

 

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