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Martin & Ida – die „Macher“ hinter den Kulissen – Catering für die zahlreichen Zuschauer der Heideköpfe

Für Baseballfans gibt es nichts Schöneres als spannende Spiele, gutes Wetter und dazu die richtige Verpflegung. Die Atmosphäre im Stadion ist stets locker und familiär, da dürfen Burger, Pommes und Co. einfach nicht fehlen. Bei den Spielen der Heidenheim Heideköpfe garantiert dies ein rund 30-köpfiges, komplett ehrenamtlich tätiges Catering-Team, das von Ida und Martin Gebhart geleitet wird. Sie sind die Sommermacher für die hungrigen Baseballfans.

Das Ehepaar landete vor rund 20 Jahren durch ihre Tochter Katrin erstmals bei den Heideköpfen, sie war in derselben Schulklasse wie der damalige Heidenheimer Werfer Martin Dewald. „Am Anfang habe ich überhaupt nichts verstanden, aber wir haben einfach gefragt und so nach fünf, sechs Mal hat es dann klick gemacht“, erinnert sich Martin Gebhart. Seine Frau ergänzt: „Wir sind inzwischen große Baseballfans, schauen zu Hause die amerikanische Major League im Fernsehen, und wenn wir unterwegs sind und irgendwo ein Baseballspiel stattfindet, sind wir dabei.“

Manchmal gibt es dabei ganz unerwartete Begegnungen, so ist der junge Werfer Philipp Kleehaupt vom Heidenheimer Bundesligakonkurrenten Martin Gebharts Großneffe. Die Begeisterung für den US-Nationalsport schlägt sich bei Ida Gebhart auch modisch nieder, immer wieder wird sie auf ihre Baseball-Ohrringe angesprochen. Die beiden waren bei zahlreichen Auswärtsfahrten dabei, auch im Europapokal. Ebenso wie die Reise nach Italien bleibt für sie die erste deutsche Meisterschaft der Heideköpfe 2009 unvergesslich.

Aber sie sind nicht nur Fans. Denn wenn man schon da ist, dann kann man sich auch engagieren. Das war für Ida – die in Dischingen Übungsleiterin im Kinderturnen war – und Martin – der viele Jahre Tischtennis spielte und Abteilungsleiter war – Ehrensache.

Als im Jahr 2010 einige Spiele der Europameisterschaft in Heidenheim stattfanden, halfen die Gebharts erstmals beim Catering mit, seit 2019 sind sie die Verantwortlichen für diesen so wichtigen Bereich.

Bei den Spielen ist die Schlange vor dem kulinarischen Container der Heideköpfe stets lang. „Gerade am Freitagabend kommen viele auch zum Essen“, berichtet Martin Gebhart, der mit seinen Kollegen pro Doppelspieltag rund 100 Kilo Pommes verarbeitet, rund 300 Hamburger, 200 Schnitzel, über 100 verschiedene Bratwürste und vier Kilo Chicken Nuggets ausgibt.

Dazu kommen Kuchen, Brezeln, Eis und andere Süßigkeiten, auch der mittlerweile sehr beliebte afrikanische Nudelsalat. „Den machen wir immer frisch“, sagt Ida Gebhart, die das Rezept zufällig bei einer Taufe ergattert hat.

Fünf Personen arbeiten bei den Speisen, zwei im Getränkestand. Derzeit läuft es noch gut mit der Besetzung, auch wenn alle Mitarbeiter ein großes Manko in Kauf nehmen müssen. „Wir bekommen von den Spielen fast nichts mit“, sagt Ida Gebhart und hat gleich eine kuriose Anekdote parat: „Kürzlich sah ich nach dem Spiel den Schiedsrichter sitzen und sagte: Ach, Herr Hartl, heute in Zivil?“ Sie hatte überhaupt nicht mitbekommen, dass der Umpire im Spiel von einem Ball getroffen und kurz k. o. gegangen war.

Immerhin gibt es mittlerweile einen Bildschirm im Container, auf dem der Livestream von Heideköpfe-TV läuft. „Und da kann man es ja danach noch einmal anschauen“, sagt Martin Gebhart. Der Catering-Dienst ist auch anstrengend. Ein Grill und zwei Fritteusen sorgen für hohe Temperaturen im Container, obwohl die Dunstabzugshaube gute Dienste leistet. Es gab auch schon einen Gruß vom sportlichen Geschehen unten. „Einmal knallte ein Ball durchs geöffnete Fenster, die Delle im Kühlschrank sieht man immer noch“, so Ida Gebhart.

Verletzungen gab’s zum Glück noch keine, unerfüllte Wünsche auch nicht. „Was wir können, machen wir möglich“, sagt Martin Gebhart. Es war auch schon ein Hamburger mit Schnitzel und doppelt Käse dabei. Viele andere Baseballvereine in Deutschland haben ihr Catering vergeben, dementsprechend sind die Preise. Bei den Heideköpfen sollen diese auch in Zukunft familienfreundlich bleiben.

Und es bleibt nicht nur beim Grillen, Frittieren, Belegen und Kassieren. Die Gebharts sind meist zwei Stunden vor Spielbeginn da, am Ende kommt locker eine Zehn-Stunden-Schicht zustande. Unter der Woche muss einiges organisiert und vorbereitet, geputzt und der Müll weggeräumt werden. „Wir sind ja Rentner“, sagt der 71-Jährige schmunzelnd. Zudem wohnt er mit seiner 69-jährigen Gattin mittlerweile nicht mehr in Dischingen, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft auf den Reutenen. Und motiviert bleiben sie: „Wir machen es gerne und wir fühlen uns einfach der Heideköpfe-Familie verpflichtet“, sagen Ida und Martin Gebhart.

Natürlich waren die beiden auch vergangenes Wochenende dabei, als die Heideköpfe im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft in Paderborn antraten. Die drei Niederlagen dort und damit das Ausscheiden waren schon eine Enttäuschung, aber das gehört beim Sport eben dazu und so erklären die Gebharts: „Wir haben mitgefiebert und mitgelitten. Jetzt heißt es eben: Mund abwischen und nächstes Jahr wieder angreifen.“

Bericht: Heidenheimer Zeitung

Foto: Susanne Liedtke

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