DEUTSCHER MEISTER 2009 | 2015 | 2017 | 2019
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Kantersieg und knappe Niederlage

Nach dem 17:1 und 0:3 der Heidenheim Heideköpfe gegen die Bonn Capitals ist die Serie um die deutsche Meisterschaft komplett offen.

von Thomas Jentscher

Es kam fast schon wie erwartet: Nach den ersten beiden Spielen um die deutsche Baseballmeisterschaft 2019 steht es zwischen Heidenheim und Bonn 1:1 und einiges spricht dafür, dass es auch in diesem Jahr über fünf Spiele geht. Nachdem die Heideköpfe zum Auftakt mit 17:1 sensationell klar dominierten, schlug der amtierende Meister dank seines starken amerikanischen Werfers zurück und nahm durch das 3:0 den Split mit nach Hause.

Dabei hatte die erste Partie am Samstag fast etwas Unwirkliches. Heideköpfe-Werfer Mike Bolsenbroek startete mit drei schnellen Aus, im Rückschlag des ersten Innings kamen die Platzherren gegen Bonns Pitcher Sascha Koch gleich gut zurecht. Und das raffiniert: Philip Schulz legte einen Bunt hin, der ihn sicher an die erste Base brachte. Und weil das so gut klappte, ließ auch Simon Gühring den Ball nur abtropfen und verbuchte so ebenfalls einen Hit. Andrew Campbell und ein Fehler der Gäste brachten dann die ersten beiden Punkte, Koch zeigte Wirkung, ein Wurf am Catcher vorbei ermöglichte Campbell das 3:0.

Es lief für die Heideköpfe, Bolsenbroek benötigte nur wenige Würfe, Koch sehr viele. Was dann passierte, überraschte aber doch: nach einem Double von Schulz schlug Gary Owens den Homerun zum 5:0 und Capitals-Trainer Alex Derhak nahm seinen Starter bereits im zweiten Spielabschnitt vom Feld.

Nach drei Innings war alles klar

Es folgte Philipp Racek, den die Heidenheimer allerdings in kurzer Zeit komplett zerlegten. Vier weitere Hits und zwei Walks bedeuteten das 8:0. Damit war eigentlich schon alles klar, Gefahr drohte nur noch von den dunklen Gewitterwolken, die drohend am Horizont erschienen, dann aber elegant am Heideköpfe-Ballpark vorbei zogen.

Die HSBler hatten noch nicht genug, legten im dritten Durchgang weitere sechs Punkte nach, ehe auch Racek ausgewechselt wurde. Gegen Nico Weber folgten drei weitere Runs zum unglaublichen Zwischenstand von 17:0. Das gab es in einer Finalserie wohl noch nie.

Natürlich war das Spiel nun gelaufen, Bolsenbroek ging nach fünf Innings mit nur 50 Würfen vom Mound, Marcel Giraud und Logan Grigsby machten den vorzeitigen 17:1-Sieg – Kevin van Meensel hatte per Homerun noch den Ehrentreffer für Bonn markiert – in nur sechseinhalb Innings perfekt.

Unglaubliche 18 Hits schlugen die Heideköpfe, davon 16 in den ersten drei Innings. Alle Spieler aus der Starting-Lineup waren erfolgreich, besonders gut lief es bei Schulz, Campbell (jeweils 2 von 3) und Glaser (3 von 5).

Hochklassiges Pitcherduell

Einen komplett anderen Verlauf nahm die gestrige Begegnung, die nach stundenlangen Regenfällen mit eineinviertel Stunden Verzögerung begann. Die Bonner zeigten sich gut erholt, setzten Heidenheims Werfer Enorbel Marquez-Ramirez von Beginn an unter Druck. Der Deutsch-Kubaner konnte sich zunächst befreien, aber im vierten Inning kamen noch Fehler der Defense hinzu und so stand’s 0:1.

Auf der anderen Seite stand mit Zachry Dodson der befürchtete Ausnahme-Pitcher für Bonn auf dem Mound. An den schnellen und unberechenbar brechenden Würfen des Linkshänders bissen sich die Heidenheimer die Zähne aus. Auch Marquez hielt sich gut, gab lediglich noch einen Solo-Homerun zum 0:2 ab.

So blieb die Hoffnung auf ein Nachlassen bei Dodson, aber den Gefallen tat der Amerikaner den Heideköpfen nicht. Im sechsten Durchgang waren sie kurz dran, aber ein etwas fragwürdiges Double-Play beendete das Inning. Dann startete Schulz mit einem Walk und Gühring traf die Kugel satt, doch Bonns Shortstop Eric Brenk fing sie mit einem sehenswerten Hechtsprung aus der Luft.

Justin Erasmus übernahm im siebten Durchgang und zeigte eine starke Leistung, im Schlussdurchgang kam Peter Sykaras, der noch einen Zähler abgab. Der Rückschlag war die letzte Chance und tatsächlich kamen bei zwei Aus Owens durch einen Walk und Campbell per Hit auf Base.

Ein kleines Bisschen hat gefehlt und Dodson wäre vielleicht eingebrochen, aber er schaffte mit seinem 132. Wurf das dritte Aus und sicherte damit Bonn den Sieg. Letztlich kam nur Fernando Escarra, der zwei Hits bei drei Versuchen landete, einigermaßen mit Dodson zurecht.

Weiter geht’s in Bonn

Weiter geht es nun in der ehemaligen Bundeshauptstadt mit Spiel drei am Samstag und Spiel vier am Sonntag (jeweils 14 Uhr). Sollte ein Team beide Partien für sich entscheiden können, ist es deutscher Meister, ansonsten trifft man sich am 17. August zur alles entscheidenden Begegnung wieder in Heidenheim.

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