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Nervenkitzel gegen Mainz Athletics – Heidenheim Heideköpfe gewinnen 11:8 und 2:1

Da war zweimal Nervenkitzel angesagt: Lieferten sich die Baseballer aus Heidenheim und Mainz vergangenen Freitag beim 11:8-Sieg der Heideköpfe schon solide „Tatort“-Spannung, so erreichten sie tags darauf beim 2:1 nach Verlängerung mindestens Hitchcock-Qualität.

Im ersten Duell schien für die HSB-Baseballer zunächst alles nach Plan zu laufen. Werfer Oscar Syren startete mit drei schnellen Aus und im Rückschlag legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr: Nach einem Double von Philip Schulz und erfolgreichem Bunt von Phildrick Llewellyn zeigte Germaine Williams wieder einmal außergewöhnliche Offensivqualität. In seinem eher flach angesetzten Schlag steckte so viel Kraft, dass die Kugel über den Zaun zischte – Homerun zum 3:0.

Gäste wieder ins Spiel gebracht
In der Folge hatte Syren die Gäste weitgehend im Griff und die Heideköpfe bauten ihre Führung bis zum Ende des sechsten Innings auf 9:3 aus. Doch wie so mancher „Tatort“ hatte dieses Spiel noch seltsame Wendungen parat. Jedenfalls brachte ein Pitcher-Wechsel die Mainzer ganz unerwartet wieder ins Spiel. Gegen Patrick Seyfried und Tim-Luca Lindemann verkürzten die Athletics auf 9:7, ein klasse Double-Play über Philipp Schulz, Simon Liedtke und Simon Gühring verhinderte Schlimmeres.

Auch Sven Enter als Werfer konnte die gut spielenden Gäste nicht gleich stoppen, das ganze Team wirkte plötzlich wie ein Ermittler-Duo auf der falschen Spur. Beim Stand von 9:8 schien die Partie zu kippen, aber wie an den sonntäglichen TV‑Abenden gab‘s dann doch die erlösende Verhaftung. Nach einigen Innings ohne Punkte kamen Llewellyn und Williams auf Base und Routinier Gühring löste den kniffligen Fall mit seinem Double zum 11:8. Die letzten drei Aus im neunten Inning waren dann nur noch Formsache. Bester Schlagmann bei Heidenheim war Catcher Llewellyn mit vier Hits bei fünf Versuchen.

Werfer-Duell der Extraklasse
Am Samstag legten dann beide Teams in Sachen Spannung noch eins drauf. Ein Pitcherduell war erwartet worden, dass aber bis zum siebten Inning offensiv gar nichts herausspringen sollte, überraschte doch etwas. Alex Sanabia liefert bei den Heideköpfen das erhofft gute Debüt ab, gab in vier Innings keinen Punkt ab. Danach war vorsichtshalber Schluss, der Arm des erst diese Woche angereisten Amerikaners sollte nicht gleich zu sehr belastet werden.

Coach Klaus Eckle hatte deshalb am Vortag Jose Pimentel geschont und diese Taktik sollte sich auszahlen. Auf der anderen Seite lieferte Ryoto Konno, der Japaner in Diensten der Athletics, wie erwartet eine ebenfalls starke Leistung ab und so stand es nach sechs Spielabschnitten noch 0:0.

Und dieses Mal wurde die Spannung stringent aufgebaut. Mainz‘ bester Schlagmann Will Kilgore brachte die Gäste mit seinem zweiten Homerun des Wochenendes in Führung, Gary Owens konterte im Rückschlag des siebten Innings und beförderte die Kugel ebenfalls über den Zaun. Danach dominierten wieder die Werfer und so stand es nach neun Durchgängen weiter 1:1. Dabei mussten die Heideköpfe noch eine heikle Situation lösen, als Mainz bei nur einem Aus zwei Spieler auf Base brachte. Shortstop Liedtke rettete mit einem Double-Play. So hätte Hollywood-Altmeister Alfred Hitchcock seine Freude an der Partie gehabt.

Es geht in die Verlängerung
Die Spannung im Ballpark hatte alle Zuschauer gepackt, als es in die Verlängerung ging, bei der es ja immer mit zwei Spielern auf Base losgeht, um endlose Partien zu vermeiden. Mainz war zuerst in der Offensive und hatte nach einem Walk sogar geladene Bases. Ein wichtiges Strike-out von Pimentel und ein geniales Double-Play brachten die Heideköpfe aber aus dem Inning. Und dann wurde Shawn Larry zum Helden des Thrillers: Sein Hit brachte den alles entscheidenden Punkt nach Hause. So gewannen die Heideköpfe mit nur drei Hits (aber vielen zusätzlichen harten Schlägen) in zehn Innings.

Mit diesen beiden Siegen gegen einen starken Gegner machten die Heideköpfe einen großen Schritt zum ersten Etappenziel in dieser Saison – einem Platz unter den ersten Drei nach der Punkterunde in der Südgruppe. Und nachdem Regensburg und Stuttgart sich die Siege geteilt hatten, übernahmen die Heidenheimer sogar die Tabellenführung. Die nächsten Sendetermine für Heideköpfe-Krimis: Am Freitag (19 Uhr) in Stuttgart und am Samstag (13 Uhr) zu Hause gegen die Reds.

Heidenheimer Zeitung, 11.05.2026

Foto: Susanne Liedtke

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