Interleague Spiele 3 und 4: Split gegen Paderborn Untouchables (14:9 und 6:13)
Die ersten Heimspiele in der neu geschaffenen Interleague gegen den Nord-Zweiten Paderborn verliefen für die Heidenheimer Baseballer nicht wie erhofft. Schon beim 14:9 am Freitagabend taten sich die Heideköpfe schwer, am Samstag führte dann eine ganze Flut an Fehlern zu einer klaren 6:13-Niederlage.
„Manchmal ist es gut, wenn alles an einem Tag zusammenkommt“, sagte Heideköpfe-Trainer Klaus Eckle nach der enttäuschenden Vorstellung am Samstag, sagt aber auch: „Das war wirklich eines der schwächsten Spiele, die wir seit langem abgeliefert haben.“ Den Grund dafür sieht er hauptsächlich in der Müdigkeit. Die Heideköpfe mussten schon recht früh zum Champions Cup in Bestform sein, zahlen nun etwas Tribut. Denn die Saison geht noch lange, bis Ende September stehen noch weitere acht Spiele in der Interleague und bis zu 15 in den Play-offs auf dem Programm.
Nach Blitzstart wurde es zäh
Dazu fehlten den HSB-Baseballern am Wochenende mit Phildrick Llwellyn (im Einsatz mit der Nationalmannschaft von Curacao) und Shawn Larry (Rückenprobleme) zwei wichtige Spieler. Trotzdem schien am Freitag alles nach Plan zu laufen. Die Heidenheimer punkteten schon im ersten Inning zweimal, Paderborn verkürzte zwar per Homerun, aber im Rückschlag des zweiten Durchgangs drehten die Platzherren so richtig auf. Vier Hits, vier Freiläufe und ein Fehler der Gäste bescherten sage und schreibe acht Zähler, Höhepunkt war dabei der Homerun von Kilian Redle.
Paderborns Werfer Mark Harrison musste vom Mound und das Spiel schien einem vorzeitigen Ende entgegenzusteuern, aber in der Folge machte sich bei den Heideköpfen ein wenig der Schlendrian breit. Offensiv lief nicht mehr viel und die junge Mannschaft der Untouchables wurde immer frecher. Dazu kamen Fehler in der Verteidigung und so stand es Mitte des siebten Innings nur noch 11:8. Letztlich brannte nichts mehr an. Die Heidenheimer, die auf ungewöhnliche 16 Walks kamen (davon Philip Schulz allein fünf), siegten mit 13:9. Aber schon da zeigte sich, dass das Team derzeit nicht bei 100 Prozent ist.
Verletzung von Alex Sanabia
Fürs zweite Spiel am Samstag herrschte dennoch Optimismus, konnte doch wieder der starke Werfer Alex Sanabia auflaufen. Er begann auch souverän, die Heidenheimer hatten aber ihrerseits Probleme mit Paderborns Sidearm-Pitcher Philipp Digirolamo. Als dieser seine erste Schwäche zeigte, einen Hit und zwei Walks abgab, führte ein völlig missglückter Schlag zum Doubleplay und die Chance war dahin.
In der Folge passte gar nichts mehr, die Heideköpfe leisteten sich zum Teil haarsträubende Fehler und zu allem Unglück musste Sanabia mit einer Adduktorenverletzung vom Feld. Sein Nachfolger Jose Pimentel kam überhaupt nicht zurecht, und Paderborn zog auf 12:3 davon. Im achten Spielabschnitt gab es ein kleines Aufbäumen: Heidenheim kam auf 6:12 heran und hatte noch zwei Spieler auf Base, aber ein Fly-out gegen William Germaine beendete die Aufholjagd.
Wie es jetzt weitergeht
Damit sind die Heideköpfe in der Interleague mit 8:4 Siegen auf Rang zwei hinter Bonn (9:3) abgerutscht. Beim Nord-Meister müssen die Heidenheimer dann auch kommendes Wochenende antreten, zuvor steht aber für einige Akteure noch ein Einsatz in der Nationalmannschaft an: William Germain, Simon Liedtke und Luca Hörger starten mit dem deutschen Team bei der Prager Baseballwoche.
Das Heidenheimer Trainerteam sieht diese Einsätze angesichts der aktuellen Lage natürlich mit gemischten Gefühlen. Zudem sind die Werfer Jose Pimentel (Spanien) und Oscar Syten (Schweden) in nächster Zeit ebenfalls in Sachen Nationalmannschaft unterwegs. Allerdings treffen die Abstellungen auch die Konkurrenten der Heideköpfe.
„Wir müssen nun schauen, irgendwie durch die nächsten Wochen zu kommen, um dann bis zum Start der Play-offs am 15. August wieder möglichst komplett und in guter Form zu sein“, sagt Eckle. Sanabia wird einige Wochen pausieren müssen, weitere angeschlagene Spieler sollen ihre Blessuren auskurieren. Rang eins in der Interleague hat nicht die höchste Priorität, auch wenn der Weg ab dem Viertelfinale dann etwas schwerer wird. Aber wer wieder deutscher Meister werden will, muss sowieso alle Gegner schlagen.
Heideköpfe: Schulz (2B; 1 Hit bei 3 Schlagversuchen, 6 Walks), Hörger (3/8, 2 Walks), Owens (CF; 1/5 3 RBI, 5 Walks), Germaine (3B; 2/7, 1 Homerun, 5 RBI, 3 Walks), Gühring (1B; 4/8, 2 RBI), Montgomery (LF; 0/6, 2 Walks), Kilian Redle (C; 3/7, 1 Homerun, 3 RBI, 1 Walk), Elias Redle (RF; 3/7, 3 Walks), Liedtke (SS; 3/8, 1 Walk), Thoröe (0/3), Samuel Redle (P/LF; 0/2, 1 RBI), Lindemann (C/H; 1 Walk) – Pitcher: Syren (4 Innings, 2 Earned Runs, 2 Strikeouts), Marquez-Ramirez (2.2 I, 3 ER, 4 SO), Lindemann (2.1 I1 ER, 4 SO), Sanabia (6.2 I, 5 ER, 4 SO), Pimentel (0.2 I, 5 ER, 1 SO), Seyfried (0.2 I), Samuel Redle (1 I, 1 ER, 1 SO)
Bericht: Heidenheimer Zeitung, 06.07.2026
Foto: Susanne Liedtke
