Erstes Etappenziel: Die Heideköpfe sind Südmeister
In der diesjährigen Baseballsaison, ging es für die Heideköpfe zu den zuletzt so starken Mainzern. Trotz zahlreicher Ausfälle meisterten die Heidenheimer diese Aufgabe, gewannen 5:4 und 12:0 und holten sich damit die Südmeisterschaft.
„Die Mannschaft war gut eingestellt, wir haben wirklich gut gespielt. Das Pitching war etwas dünn besetzt, aber es hat gehalten“, sagt Trainer Klaus Eckle, der vergangenes Wochenende auf die Werfer Oscar Syren und Sven Enter sowie die Feldspieler Phildrick Llewellyn, Shawn Larry und Maurice Montgomery verzichten musste. Dafür feierte Philip Schulz ein gelungenes Comeback. Trotz des Engpasses setzte sich das HSB-Team im umkämpften Freitagabendspiel mit 5:4 und am Samstag – nach einer erneuten Gala von Pitcher Alex Sanabia – mit 12:0 durch. Offensiv setzten Ladislaus Landwehr und Gary Owens mit ihren Homeruns die Glanzlichter.
In Mainz durchgekämpft
Somit sicherten sich die Heideköpfe mit 17:3 Siegen vor Regensburg (15:5) und Mainz (10:10) die Südmeisterschaft. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, zumal den Heidenheimern zu Saisonbeginn noch einige wichtige Spieler fehlten. Ein früher Saisonhöhepunkt war die Vorrunde zum Champions Cup in Rotterdam Mitte Mai. „Bis dahin wollten wir unsere beste Mannschaft zusammenhaben. Das hat auch geklappt und die Leistung war wirklich stark, aber gegen die extrem gut besetzten Teams aus den Niederlanden und aus Spanien hat es dennoch nicht gereicht“, fasst Eckle zusammen.
Danach lief es in der DBL weitgehend gut. „Wir haben in den Spielen, in denen es galt, immer einen Weg gefunden“, freut sich Eckle, der personell oft rotieren musste. Unter anderem kamen drei erst 16, 17 und 18 Jahre alte Nachwuchsakteure zum Einsatz. Kilian Redle, der teilweise mit seinen beiden Brüdern Samuel und Elias auf dem Feld stand, übernahm in Mainz die Rolle des Catchers und zeigte eine ausgezeichnete Leistung. Auch Neuzugang Tim-Luca Lindemann und der 2025 gekommene Landwehr erfüllen immer wieder wichtige Rollen. „Wir haben es geschafft, eine gewisse Breite im Kader aufzubauen“, fasst der Heidenheimer Coach zusammen.
Der Kader ist breiter geworden
Am Schlag ist sicher noch etwas Luft nach oben, die Heideköpfe schafften es aber immer wieder – so wie zuletzt am Freitag –, auch Spiele zu gewinnen, in denen sie weniger Hits als der Gegner haben. Das spricht für eine gute taktische Einstellung. Und es funktioniert natürlich nur, wenn die Defensive und das eigene Pitching von höchster Qualität sind. Die Neuzugänge Jose Pimentel und Oscar Syren erfüllen dabei die Erwartungen, Alex Sanabia ist ohnehin eine Klasse für sich.
Das vielleicht größte Lob spricht Eckle seinen 42 und 39 Jahre alten Routiniers aus: „Simon Gühring und Gary Owens haben sich wieder in eine hervorragende Form gebracht und zeigen Topleistungen.“ Owens durfte jetzt sogar an zwei Spieltagen in Folge einen Grand-Slam-Homerun (vier Punkte auf einen Schlag) bejubeln.
Jetzt geht’s in die Interleague
Durch die zwei Erfolge in Mainz nehmen die Heideköpfe 6:2 Siege mit in die Interleague und haben eine gute Ausgangsbasis. In den nun anstehenden zwölf Spielen gegen Bonn, Paderborn und Hamburg kann sich allerdings noch einiges verschieben. Es kommt jetzt eine sehr anstrengende Phase, nicht zuletzt wegen der weiten Fahrten. So wurde jetzt erst kurzfristig klar, dass die Heideköpfe am Samstag und Sonntag in Hamburg antreten müssen. Da sollte die Anreise möglichst am Freitag erfolgen, aber das ist nicht für alle Spieler möglich. Zudem ist es sehr schwierig, bezahlbare Hotels zu finden.
Letztlich werden in dieser Zwischenrunde nur die Platzierungen für die ab 15. August folgenden Play-offs ausgespielt. Die Heidenheimer werden also auch etwas auf die Belastungssteuerung achten und weiterhin alle Spieler aus dem Kader einsetzen. Aber natürlich sind die Platzierungen auch wichtig. „Wenn wir die Interleague gewinnen, könnten wir Bonn und Regensburg bis zum Finale aus dem Weg gehen“, zeichnet Eckle den Weg vor. Die beiden, so seine Erkenntnis aus der bisherigen Saison, werden die stärksten Konkurrenten im Kampf um die deutsche Meisterschaft sein.
Die Hauptkonkurrenten
Zu starke Konkurrenten? „Wir müssen schon einen sehr guten Tag erwischen, um diese Gegner zu schlagen“, räumt Eckle ein. Bei beiden Konkurrenten könnte es noch eine Verstärkung geben. Regensburgs US-Pitcher Leroy Tavarez hatte vor Ärger aus dem Boden geschlagen und sich dabei die Hand gebrochen, Bonns überragender Werfer Markus Solbach musste bisher wegen einer Verletzung pausieren. Damit wären Legionäre und Capitals nochmals stärker. Aber wie immer werden ab dem Viertelfinale die Karten neu gemischt. Dann geht es vor allem um die Siegermentalität und diese haben die Heideköpfe in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt.
So geht’s weiter für die Heideköpfe
In der Interleague haben es Bonn, Heidenheim (je 6:2 Siege), Regensburg (5:3), Paderborn, Hamburg (je 3:5) und Mainz (1:7) geschafft. Neben diesen sechs Mannschaften qualifizieren sich noch je ein Team aus dem Norden und Süden über eine Wild-Card-Runde fürs Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft.
Für die Heideköpfe gibt es in der Interleague folgende Termine: 27./28 Juni in Hamburg, 3./4. Juli zu Hause gegen Paderborn, 11./12. Juli in Bonn, 18./19. Juli zu Hause gegen Hamburg, 25./26. Juli in Paderborn und am 1./2. August zu Hause gegen Bonn.
Bericht: Heidenheimer Zeitung
Foto: Susanne Liedtke
